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TI & KIM in der ambulanten Pflege: Praxis-Leitfaden 2026

Die Telematikinfrastruktur ist für Pflegedienste seit 2024 verpflichtend. Was Sie 2026 wissen müssen: Konnektor-Anbindung, KIM-Postfach, Verzeichnisdienst, häufige Stolpersteine bei der Installation.

Auf einen Blick
  • TI-Anschluss ist für Pflegedienste seit Juli 2024 verpflichtend.
  • KIM ersetzt Fax und unverschlüsselte E-Mail im Austausch mit Ärzten, Apotheken und Kassen.
  • Konnektor + eHBA + KIM-Postfach + SMC-B-Karte sind die vier Basis-Bausteine.
  • Native Integration in der Pflegesoftware spart 30–50 % Verwaltungsaufwand pro Monat.

Was ist die Telematikinfrastruktur (TI)?

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das zentrale Datennetzwerk des deutschen Gesundheitswesens, betrieben durch die gematik. Über die TI tauschen Ärzt:innen, Apotheken, Krankenkassen, Krankenhäuser und – seit 2024 – auch ambulante Pflegedienste Daten verschlüsselt und sicher aus.

Für Pflegedienste ist die TI seit dem 1. Juli 2024 verpflichtend. Nicht angeschlossen zu sein heißt: kein Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA), kein verschlüsselter Austausch mit Ärzt:innen, keine sichere Kommunikation mit Krankenkassen über KIM.

KIM: Sichere Kommunikation statt Fax

KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen. Es ist der verschlüsselte Mailkanal der TI und ersetzt das bisherige Fax und unverschlüsselte E-Mails im professionellen Gesundheitsumfeld.

Konkrete Anwendungsfälle in der ambulanten Pflege:

  • Verordnungen und Folgerezepte direkt von der Hausarztpraxis empfangen.
  • Pflegeberichte und Heilmittel-Anforderungen an Ärzt:innen senden.
  • Hilfsmittel-Anträge nach § 40 SGB XI an die Pflegekasse übermitteln.
  • Abstimmungen mit Krankenhaus-Entlassmanagement.

Die vier Bausteine: Konnektor, eHBA, KIM, SMC-B

Der TI-Anschluss besteht aus vier Bausteinen:

BausteinFunktionWer braucht ihn?
KonnektorSichere Verbindung in die TI – Hardware oder zertifizierte Cloud-LösungJede Betriebsstätte
SMC-BInstitutionskarte – identifiziert den Pflegedienst gegenüber der TIJede Betriebsstätte
eHBAElektronischer Heilberufsausweis – persönliche Karte mit qualifizierter SignaturVerantwortliche Pflegefachperson(en)
KIM-PostfachVerschlüsselter Mail-Account in der TIMindestens eine Adresse pro Dienst

Installation und Inbetriebnahme

Häufige Stolpersteine in der Praxis:

  • Antragslaufzeiten: SMC-B und eHBA brauchen 4–8 Wochen Bearbeitung beim Kartenherausgeber.
  • Falsches Netz: Mietverhältnisse oder VPN-Konfigurationen blockieren den Konnektor.
  • Veraltete Firmware: Konnektoren brauchen regelmäßige Updates, die manchmal Ausfälle verursachen.
  • Mehrere Betriebsstätten: Jeder Standort braucht eigene SMC-B – Sammelanträge sparen Zeit.

Native Integration in der Pflegesoftware

Der Unterschied zwischen TI/KIM nebenher und TI/KIM nativ in der Pflegesoftware ist signifikant. Native Integration bedeutet:

  • Eingehende KIM-Nachrichten landen direkt in der Klient:innen-Akte – nicht in einem separaten Mailprogramm.
  • Verordnungen werden automatisch erkannt und Pflegeleistungen zugeordnet.
  • Ausgehende Nachrichten an Ärzt:innen werden aus der Doku heraus erstellt, signiert, versendet.
  • Audit-Log und Verzeichnisdienst-Anbindung sind transparent.

vocare integriert TI/KIM nativ und kostenlos in den Standardtarif. Mehr unter IT-Sicherheit & Pflege-Datenschutz.

Kosten und Finanzierung durch die Pflegekassen

Die Kosten der TI-Anbindung werden für Pflegedienste teilweise refinanziert. Aktuell gelten Pauschalen für:

  • Anschaffung des Konnektors (einmalig).
  • Laufende Betriebskosten pro Quartal.
  • Anschaffung der eHBA und SMC-B.

Die genauen Beträge werden über die Pflegekassen abgewickelt und in den Quartals-Abrechnungen ausgezahlt. Wichtig: Antragslagen halten. Wer keinen Antrag stellt, bekommt nichts.

Wir haben weiterführende Hilfe zur TI/KIM-Anbindung in unserer FAQ und sprechen gern persönlich darüber: hello@vocare.health.

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JH
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CTO · vocare

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