- TI-Anschluss ist für Pflegedienste seit Juli 2024 verpflichtend.
- KIM ersetzt Fax und unverschlüsselte E-Mail im Austausch mit Ärzten, Apotheken und Kassen.
- Konnektor + eHBA + KIM-Postfach + SMC-B-Karte sind die vier Basis-Bausteine.
- Native Integration in der Pflegesoftware spart 30–50 % Verwaltungsaufwand pro Monat.
Was ist die Telematikinfrastruktur (TI)?
Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das zentrale Datennetzwerk des deutschen Gesundheitswesens, betrieben durch die gematik. Über die TI tauschen Ärzt:innen, Apotheken, Krankenkassen, Krankenhäuser und – seit 2024 – auch ambulante Pflegedienste Daten verschlüsselt und sicher aus.
Für Pflegedienste ist die TI seit dem 1. Juli 2024 verpflichtend. Nicht angeschlossen zu sein heißt: kein Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA), kein verschlüsselter Austausch mit Ärzt:innen, keine sichere Kommunikation mit Krankenkassen über KIM.
KIM: Sichere Kommunikation statt Fax
KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen. Es ist der verschlüsselte Mailkanal der TI und ersetzt das bisherige Fax und unverschlüsselte E-Mails im professionellen Gesundheitsumfeld.
Konkrete Anwendungsfälle in der ambulanten Pflege:
- Verordnungen und Folgerezepte direkt von der Hausarztpraxis empfangen.
- Pflegeberichte und Heilmittel-Anforderungen an Ärzt:innen senden.
- Hilfsmittel-Anträge nach § 40 SGB XI an die Pflegekasse übermitteln.
- Abstimmungen mit Krankenhaus-Entlassmanagement.
Die vier Bausteine: Konnektor, eHBA, KIM, SMC-B
Der TI-Anschluss besteht aus vier Bausteinen:
| Baustein | Funktion | Wer braucht ihn? |
|---|---|---|
| Konnektor | Sichere Verbindung in die TI – Hardware oder zertifizierte Cloud-Lösung | Jede Betriebsstätte |
| SMC-B | Institutionskarte – identifiziert den Pflegedienst gegenüber der TI | Jede Betriebsstätte |
| eHBA | Elektronischer Heilberufsausweis – persönliche Karte mit qualifizierter Signatur | Verantwortliche Pflegefachperson(en) |
| KIM-Postfach | Verschlüsselter Mail-Account in der TI | Mindestens eine Adresse pro Dienst |
Installation und Inbetriebnahme
Häufige Stolpersteine in der Praxis:
- Antragslaufzeiten: SMC-B und eHBA brauchen 4–8 Wochen Bearbeitung beim Kartenherausgeber.
- Falsches Netz: Mietverhältnisse oder VPN-Konfigurationen blockieren den Konnektor.
- Veraltete Firmware: Konnektoren brauchen regelmäßige Updates, die manchmal Ausfälle verursachen.
- Mehrere Betriebsstätten: Jeder Standort braucht eigene SMC-B – Sammelanträge sparen Zeit.
Native Integration in der Pflegesoftware
Der Unterschied zwischen TI/KIM nebenher und TI/KIM nativ in der Pflegesoftware ist signifikant. Native Integration bedeutet:
- Eingehende KIM-Nachrichten landen direkt in der Klient:innen-Akte – nicht in einem separaten Mailprogramm.
- Verordnungen werden automatisch erkannt und Pflegeleistungen zugeordnet.
- Ausgehende Nachrichten an Ärzt:innen werden aus der Doku heraus erstellt, signiert, versendet.
- Audit-Log und Verzeichnisdienst-Anbindung sind transparent.
vocare integriert TI/KIM nativ und kostenlos in den Standardtarif. Mehr unter IT-Sicherheit & Pflege-Datenschutz.
Kosten und Finanzierung durch die Pflegekassen
Die Kosten der TI-Anbindung werden für Pflegedienste teilweise refinanziert. Aktuell gelten Pauschalen für:
- Anschaffung des Konnektors (einmalig).
- Laufende Betriebskosten pro Quartal.
- Anschaffung der eHBA und SMC-B.
Die genauen Beträge werden über die Pflegekassen abgewickelt und in den Quartals-Abrechnungen ausgezahlt. Wichtig: Antragslagen halten. Wer keinen Antrag stellt, bekommt nichts.
Wir haben weiterführende Hilfe zur TI/KIM-Anbindung in unserer FAQ und sprechen gern persönlich darüber: hello@vocare.health.
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Jonathan verantwortet als CTO die technische Architektur von vocare – inklusive TI/KIM-Anbindung, KI-Doku und der Open-Source-Codebasis.